Unsere TelefonSeelsorge

70 Jahre Zuhören, 10 Jahre Begleiten.

Das feiern wir!

Feiern Sie 2026 mit uns 70 Jahre Zuhören & 10 Jahre Begleiten: Deutschlands erste Telefonseelsorge, gegründet 1956, wird jetzt 70 Jahre alt und die ebenfalls vom Telefonseelsorge Berlin e.V. betriebene Beratungsstelle BeSu Berlin feiert ihr zehnjähriges Bestehen.

Wir blicken zurück und voraus.

Happy Birthday und Farewell!

Liebe Leserinnen und Leser,

anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Telefonseelsorge Berlin blicke ich auf sechs Jahre als Geschäftsführerin zurück.

Zu Beginn war mir die Organisation nur dem Namen nach bekannt, doch ich fand eine fachlich hochqualifizierte und engagierte Gemeinschaft vor. Aus der ursprünglich zur Suizidprävention gegründeten Telefonseelsorge entwickelte sich über Jahrzehnte ein vielfältiges Angebot für Menschen in Krisen. Besonders hervorzuheben ist die Beratungsstelle BeSu Berlin, die aus der Arbeit am Telefon entstand und Menschen bei Suizidverlust oder Suizidgefahr im Umfeld begleitet.

In den vergangenen Jahren wurden Strukturen modernisiert, Angebote erweitert und neue Formate entwickelt, ohne die Kernkompetenz aus den Augen zu verlieren: das vorurteilsfreie, zugewandte Zuhören von Mensch zu Mensch. Diese Arbeit wäre ohne Ehrenamtliche, Mitarbeitende und Unterstützer:innen nicht möglich.

Zum Jahresende 2026 verabschiede ich mich dankbar in den Ruhestand und blicke zuversichtlich in die Zukunft des Telefonseelsorge Berlin e.V.

Herzlichst
Kerstin Großmann, Geschäftsführerin

70 Jahre in 10 Schritten

Gründung der ersten Telefonseelsorge Deutschlands

Am 5. Oktober 1956 wurde Telefonseelsorge Berlin e.V. in einer Charlottenburger Privatwohnung gegründet – als erste Stelle dieser Art in Deutschland. Initiiert wurde sie von engagierten Bürger:innen, inspiriert von den englischen Samaritans, um rund um die Uhr Menschen in Not zuzuhören und Suizide zu verhindern. 

Julius und Helene Wissinger mit Schreibkraft in einem Dienstraum (1957) in der Berliner Jebensstraße 1
Quelle: Telefonseelsorge Berlin e.V.
Alltag für West-Berliner – das Leben im Schatten der Mauer
Quelle: Willy Pragher, CC BY 3.0, Link

Ausweitung des Angebots und wachsender Bedarf

In den frühen 1970er Jahren wurde die Beratung über Suizidprävention hinaus erweitert: Konflikte, alltägliche Krisen und persönliche Belastungen standen nun ebenfalls im Fokus – ein großer Schritt hin zu einem breiten psychosozialen Unterstützungsangebot.

Sichtbarkeit & gesellschaftlicher Dialog

1982 fand die erste öffentlichkeitswirksame Plakataktion unter dem Motto „Sprechen kann helfen“ statt. Sie war ein wichtiger Meilenstein für die Sichtbarkeit der Telefonseelsorge und trug dazu bei, das Thema seelische Gesundheit in die Öffentlichkeit zu bringen.

Begleitend zur Plakatkampagne wurde 1982 auch mit Postkarten auf das Thema Einsamkeit aufmerksam gemacht.
Quelle: Telefonseelsorge Berlin e.V.
Bis zum Umzug arbeiteten die Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge in den Räumen am Bahnhof Zoo.
Quelle: Telefonseelsorge Berlin e.V.

Umzug und Modernisierung

Steigenden Mieten im wiedervereinigten Berlin trafen auch die Telefonseelsorge. Aus den ursprünglichen Diensträumen in der Charlottenburger Jebensstraße 1 zogen die Telefonseelsorger:innen an den heutigen Standort in Neukölln.

Das neue Domizil in der Nansenstraße 27 bot den Ehrenamtlichen einige Vorteile: die verkehrsgünstige Lage und die modernen, freundlichen Räumlichkeiten sorgten für Aufbruchstimmung.

Dauerhafte Erreichbarkeit – Einführung der 0800-Nummer

1997 führte Telefonseelsorge Berlin e.V. ihre kostenfreie 0800-Nummer ein – ein wichtiger Schritt, um die Schwelle zur Hilfe weiter zu senken und das Angebot noch barrierefreier zugänglich zu machen.

Der Bundespräsident überreicht die Verleihungsurkunden und das Verdienstkreuz. Quelle: Telefonseelsorge Berlin e.V.

Professionelle Anerkennung & Auszeichnungen

2014 wurde der damalige Vorstandsvorsitzende von Telefonseelsorge Berlin e.V. Wolfgang Barthen vom Bundespräsidenten Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – ein Zeichen der Anerkennung für langjähriges Engagement in der Suizidprävention und psychosozialen Hilfe. 

Start des Pilotprojekts BeSu Berlin

Im Jahr 2016 startete mit BeSu Berlin ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt zur Beratung suizidbetroffener An- und Zugehöriger, gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Diese Erweiterung zeigt die Entwicklung von Telefonseelsorge Berlin e.V. zu einem umfassenden Unterstützungsnetzwerk.

Ehrenamtlicher Mitarbeiter im telefonischen Seelsorgegespräch, Quelle: Telefonseelsorge Berlin e.V.

Digitalisierung & zeitgemäße Erreichbarkeit

Während der Corona-Pandemie digitalisierte die Organisation ihre Angebote und Arbeitsprozesse, um trotz Kontaktbeschränkungen handlungsfähig zu bleiben. Diese Weichenstellung hat die Flexibilität und Erreichbarkeit der Angebote – Telefonseelsorge und Beratungsstelle BeSu Berlin – dauerhaft gestärkt und ihnen eine nachhaltige und zukunftsträchtige Grundlage geebnet.

Doppeljubiläum: 70 Jahre TelefonSeelsorge Berlin & 10 Jahre BeSu Berlin

Telefonseelsorge Berlin e.V. feiert 2026 70-jähriges Bestehen als erste Telefonseelsorge Deutschlands. Gleichzeitig blickt BeSu Berlin auf 10 Jahre spezialisierte Begleitung von suizidbetroffenen An- und Zugehörigen zurück. Das Doppeljubiläum würdigt jahrzehntelanges Zuhören, Begleiten und gesellschaftliches Engagement in Berlin.

Das Jahresauftakt-Fest mit den Ehrenamtlichen stand ganz im Zeichen des doppelten Jubiläums, Quelle: Telefonseelsorge Berlin e.V.

Zukunft sichern & weiterentwickeln

Mit dem Jubiläumsjahr richtet Telefonseelsorge Berlin e.V. den Blick nach vorn: Die Weiterentwicklung der Angebote, die Gewinnung und Begleitung Ehrenamtlicher sowie die nachhaltige Sicherung der Arbeit stehen im Mittelpunkt, damit auch künftig Menschen in Krisen verlässlich Unterstützung finden.

Stimmen zum Jubiläum

„70 Jahre Telefonseelsorge – das erfüllt mich mit Respekt und Stolz. Seit Generationen sitzen Menschen ehrenamtlich am Telefon, schenken ihre Zeit, ihr Ohr und ihr Mitgefühl. Seit drei Jahren bin ich Teil davon. Dieses Ehrenamt fordert und berührt – und lässt mich dankbar auf mein eigenes Leben blicken.“

Ulrike Führmann, seit 2023 ehrenamtliche Telefonseelsorgerin

„Berührende Schicksale, gelindert durch unsere Arbeit; ein Team aus Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen und Freiberuflern, das mit Herzblut arbeitet sowie die Spender:innen, ohne die unsere Arbeit unmöglich wäre. Herzlichen Glückwunsch, Telefonseelsorge Berlin e.V., zu 70 beeindruckenden Jahren und ein großes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben!“

Kerstin Großmann, Geschäftsführerin

„Als ich kurz nach Maueröffnung 1990 anfing, hatte der Verein seinen Sitz noch in der Jebensstraße, westlich vom Bahnhof Zoo, später gingen wir nach Neukölln. Hier ist es eine moderne, fortschrittliche, offene Einrichtung geworden. Die Tätigkeit als Telefonseelsorger hat mich die letzten 35 Jahre stabilisiert und in Krisen stark unterstützt.“

Godehard Elsner, seit 1991 ehrenamtlicher Telefonseelsorger

„Ich wünsche der TelefonSeelsorge Berlin eine Seele, die empfängt und ein Ohr, das geistlich geöffnet ist. Ich wünsche beiden Telefonseelsorgen in Berlin eine Zukunft im freundlichen Miteinander.“

Wolfgang Barthen, ehemaliger Vorstandsvorsitzender

„Viele Jahre war mein Lebensweg mit Telefonseelsorge Berlin e.V. verbunden. Wenn ich zurückblicke, sehe ich, wie sich der Verein im Lauf der Jahre verändert und entwickelt hat. Wachstum und Veränderung erleben aber auch die Ehrenamtlichen. Als deren Ausbilderin habe ich oft erlebt, wie sie neue Wege beschritten und lang ersehnte Träume wagten.“

Martina Kulms, ehem. Ausbilderin im Psychosozialen Team und Gründerin von BeSu Berlin

„Es berührt mich immer wieder, Menschen in schweren Lebenslagen zu begleiten und zu erleben, wie sie Halt finden und die Kraft aufbringen, weiterzugehen. Unsere Einblicke wurden über die Jahre intensiver, unsere Angebote wachsen mit den Bedürfnissen. Ich bin stolz auf unsere Arbeit und dieses engagierte Team.“

Sophia Sabatzki, Psychologische Beraterin bei BeSu Berlin

„Die Telefonseelsorge ist eine ganz besondere Institution unter den sozialen Einrichtungen. Durch die Niedrigschwelligkeit des Angebots ragt sie heraus und ist für viele Menschen ein oder sogar der Rettungsanker. Das unterstütze ich von ganzem Herzen seit einigen Jahren und wertschätze die Arbeit der Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger wie auch aller Mitarbeiterinnen ungemein.“

Elvira Drobinski-Weiss, Vorstandsvorsitzende

“Im Dezember 70 geworden, gratuliere ich der TelefonSeelsorge Berlin zu eben diesem Geburtstag. Als junge Frau habe ich in schweren Depressionen Ihre Hilfe erfahren, wenn Familie und Freunde an ihre Grenzen kamen. Meine Dankbarkeit drücke ich gerne bis heute in Spenden aus. Viel Kraft für die nächsten 70 Jahre!”

Sabine Cassens, langjährige Spenderin für Telefonseelsorge Berlin e.V.

„Zum Jubiläumsjahr unserer Telefonseelsorge blicke ich dankbar auf viele gemeinsame Jahre zurück. Was als Ehrenamt im Studium begann, führte über Praktika und Projektarbeit zur Mitarbeit im Vorstand. Die Gespräche mit Anrufenden und Einblicke in die psychosoziale Arbeit haben mich nachhaltig geprägt, sodass ich mich dem Verein sehr verbunden fühle.“

Konrad Bär, ehemaliger Telefonseelsorger und heutiges Vorstandsmitglied

„Das Herzstück unserer Arbeit im psychosozialen Team ist sowohl die jährliche Ausbildung zukünftiger ehrenamtlicher Telefonseelsorger:innen als auch das tägliche Miteinander mit unseren Ehrenamtlichen in der Dienststelle. Dies erfüllt meine Werte, schafft Verbindung und macht die Telefonseelsorge zu dem, für was sie seit 70 Jahren steht: Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit einem offenen Ohr zur Seite zu stehen.“

Dr. Sabrina Thiel, Ausbilderin im Psychosozialen Team

„In 70 Jahren ist unsere Welt schneller, komplexer und digitaler geworden. Aber eins bleibt: Die heilende Wirkung eines ehrlichen Gesprächs zwischen zwei Menschen. Ich empfinde es als Privileg, einen Raum der Ruhe und des Haltes anbieten zu können und bin immer wieder beeindruckt davon, was unsere Organisation und alle Menschen darin jeden Tag leisten.“

Stefanie Wolter, seit 2022 ehrenamtliche Telefonseelsorgerin

„Unsere ehrenamtlichen Telefonseelsorger:innen fangen Leid auf und tragen Last mit – in individuellen Krisen und in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen. Sie investieren Herzblut, Kraft und Zeit und übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. Aus ihren Erfahrungen am Telefon wurde BeSu Berlin gegründet und begleitet Menschen, die spezialisierten Halt benötigen. Teil dieses Engagements zu sein und es mitgestalten zu dürfen, macht mich dankbar und stolz.“

Bettina Schwab, Fachliche Leitung von TelefonSeelorge Berlin und BeSu Berlin

Unser Jubiläumsjahr – ein gemeinsamer Weg durch 2026

Das Jubiläumsjahr 2026 möchten wir nicht als starres Programm verstehen, sondern als einen lebendigen Prozess. Über das Jahr hinweg werden unterschiedliche Schwerpunkte sichtbar, die Raum geben für Rückblicke, Begegnungen und Dank – und für das, was Zuhören und Begleiten heute und in Zukunft bedeutet.

Jahresauftakt – Ankommen & Erinnern

Zu Beginn des Jubiläumsjahres machen wir sichtbar, was uns verbindet: unsere Geschichte, unsere Haltung und unsere Angebote. Das Jubiläum wird Schritt für Schritt in unserer Kommunikation erlebbar – auf der Website, in den sozialen Medien und im direkten Kontakt mit Unterstützer:innen und Interessierten.

Ein besonderer Moment im Frühjahr ist unser jährlicher Festakt, bei dem wir unsere ehrenamtlichen Telefonseelsorger:innen, das Herz unserer Telefonseelsorge, ehren, neue willkommen heißen und in diesem Jahr gemeinsam das Jubiläum begehen.

Frühling & Frühsommer – Ehrenamt und Zuhören im Fokus

In den folgenden Monaten rücken das Ehrenamt und die Kraft des Zuhörens in den Mittelpunkt. Wir geben Einblicke in das Engagement unserer ehrenamtlichen Telefonseelsorger:innen, teilen Gedanken und Impulse rund um das Thema Zuhören und begleiten Veranstaltungen, bei denen seelische Gesundheit sichtbar wird – in Berlin und darüber hinaus. Auch unser Jahresbericht lädt in dieser Zeit dazu ein, auf das vergangene Jahr zurückzublicken.

Sommer & Spätsommer – 10 Jahre BeSu Berlin

Im Sommer richtet sich der Blick verstärkt auf BeSu Berlin. Zehn Jahre Beratung, Begleitung und Halt für suizidbetroffene An- und Zugehörige sind Anlass, die Arbeit vorzustellen, Erfahrungen zu teilen und Stimmen hörbar zu machen – digital und im persönlichen Austausch.

Internationale Begegnungen, fachlicher Austausch und Aktionen rund um den Welttag der Suizidprävention prägen diesen Abschnitt des Jubiläumsjahres.

Herbst & Jahresende – Dank, Rückblick und Ausblick

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres möchten wir innehalten. Wir sagen Danke – unseren Ehrenamtlichen, Unterstützer:innen, Partner:innen und allen, die unsere Arbeit tragen. In der Vorweihnachtszeit blicken wir zurück auf ein Jahr voller Stimmen, Begegnungen und gemeinsamer Schritte und richten den Blick zugleich nach vorn: auf das, was bleibt und weiter wachsen darf.

Aktuelle Informationen, Termine und Einblicke teilen wir fortlaufend auf dieser Website und unseren Kanälen: Instagram, Facebook, LinkedIn.

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